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Erstes Finanzierungsdefizit des Staates seit neun Jahren

Erstes Finanzierungsdefizit des Staates seit neun Jahren
Die staatlichen Haushalte haben das Jahr 2020 mit einem Finanzierungsdefizit von 158,2 Milliarden Euro beendet. Das teilte das Statistische Bundesamt nach vorläufigen Berechnungen am Donnerstag mit. Es war demnach das erste Defizit seit 2011 und das zweithöchste Defizit seit der deutschen Vereinigung, nur übertroffen vom Rekorddefizit des Jahres 1995, in dem die Treuhandschulden in den Staatshaushalt übernommen wurden.
Der Bund hatte mit 98,3 Milliarden Euro den größten Anteil am Finanzierungsdefizit, gefolgt von den Ländern mit 26,1 Milliarden Euro, den Sozialversicherungen mit 31,8 Milliarden Euro und den Gemeinden mit 2,0 Milliarden Euro. Gemessen am nominalen BIP errechnet sich für den Staat im Jahr 2020 eine Defizitquote von 4,8 Prozent. Der europäische Referenzwert des Stabilitäts- und Wachstumspakts von 3 Prozent und die Zielgröße für die nationale Schuldenbremse wurden demnach deutlich verfehlt. Allerdings wurde die Anwendung beider Zielgrößen aufgrund der Corona-Pandemie für die Jahre 2020 und 2021 ausgesetzt.
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