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Huawei appelliert an Bundesregierung

Huawei appelliert an Bundesregierung
In der Kontroverse über den Umgang mit dem chinesischen Tech-Giganten Huawei appelliert dessen Deutschlandrepräsentant David Wang an die Bundesregierung, ihrem Kurs treu zu bleiben und seinen Konzern nicht vom Aufbau der 5G-Netze auszuschließen. Die USA fordern diese Sperre von ihren Verbündeten und drohen offen mit Sanktionen, etwa weniger Informationsaustausch unter den Geheimdiensten. Zuletzt schwenkte Großbritannien auf die US-Linie ein.
"Der Lösungsansatz der Bundesregierung mit gleichen und strengen Sicherheitskriterien für alle ist aus unserer Sicht der richtige Weg zu sicheren Netzen", sagte Wang dem "Spiegel". Die USA argumentieren, der Ausrüster könnte die Netze missbrauchen, etwa für Spionage. "Wir sind jetzt seit 15 Jahren in Deutschland aktiv, und keiner unserer langjährigen Kunden hat irgendeinen Hinweis auf einen Missbrauch unserer Technologien gefunden. Auch die USA haben dafür keinen einzigen Beweis, null", so Wang. Es sei ein "Drama", wie die Branche derzeit politisiert werde. "Fakten spielen kaum eine Rolle." Alle drei großen Netzanbieter (Deutsche Telekom, Vodafone, Telefónica) haben bisher bereits Huawei-Technologie im Einsatz. "Ein Ausschluss in Deutschland würde vor allem unsere Kunden treffen sowie deren Kunden und Aktionäre - denn die Provider könnten sich dann nicht mehr frei für die besten Produkte am Markt entscheiden." Ein Bann würde "die Sicherheit der Netze ganz bestimmt nicht erhöhen, im Gegenteil", beteuert Wang. "Mehr Wettbewerb führt auch zu besseren und sichereren Produkten." Im Heimatmarkt China schreite der 5G-Ausbau schnell voran, wöchentlich würden 11.000 neue Sendeanlagen gebaut. Bundesinnenminister Horst Seehofer sagte zuletzt im Innenausschuss, die Huawei-Frage sei "noch zu lösen", dies müsse "auf oberster Ebene" geschehen.
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